Clown (2014) Kritik: Horror mit Biss

Mirjam Maier 11. April 2016 0
Clown (2014) Kritik: Horror mit Biss

Was geschieht, wenn man einen Fake-Trailer zu einem Horrorfilm über einen Clown veröffentlicht und den Namen Eli Roth (Hostel) darunter setzt, haben die dafür verantwortlichen Drehbuchautoren Jon Watts und Christopher D. Ford herausgefunden: Eli Roth nimmt sich den Film einfach persönlich als Produzent vor!

Die Story ist kurz erzählt: Immobilienmakler Kent (Andy Powers) findet in einer Immobilie, die er betreut, eine alte Truhe mit einem Clownkostüm darin. Dieser Fund scheint die Rettung für den Geburtstag seinen Sohnes Jack (Christian Distefano) zu sein, denn der eigentlich engagierte Clown sagte kurzfristig ab. Also schlüpft der Familienvater notgedrungen in die Rolle des Spaßmachers. Wer rechnet schon damit, dass das Kostüm aus der Haut eines Dämons besteht und so sehr mit Kents Körper verschmilzt, dass dieser es nicht mehr ausziehen kann? Ganz zu schweigen davon, dass der Dämon langsam aber sicher die Oberhand über Kent gewinnt und ihn ein unbändiger Hunger auf Kinder überfällt.

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Wo Eli Roth drauf steht ist meist blutiger Horror drin und auch hier wird der Splatterfan nicht enttäuscht. Jedoch ist Geduld gefragt, denn erst in der letzten Hälfte des Films wird es brutal und blutig. Fast eine Stunde lang wird der Zuschauer Zeuge von Kents Tranformation, die von Andy Powers glaubwürdig dargestellt wird, doch mangelt es im Allgemeinen an psychologischem Feingespür für die Charaktere. Meg (Laura Allen), Kents schwangere Ehefrau, wirkt zwar hier und da entsetzt über die Metamorphose ihres Mannes, doch fehlt es Laura Allens Portrait der verzweifelten Ehefrau an Überzeugungskraft. Auch Peter Stormare (Fargo) vermag es nicht, aus der Rolle des verschrobenen Vorbesitzers und Trägers des Clownkostüms, mehr herauszuholen. Andy Powers als kinderfressender Spaßmacher ist der einzige Charakter der mit seiner Performance überzeugen kann und dessen Make-up den Clown Pennywise aus Tommy Lee Wallace‘ Adaption des Romans Es von Stephen King nahezu zahm wirken lässt. Mit der expliziten Darstellung der Gewalt an den Kindern, die dem dämonischen Clown zum Opfer fallen, hielt man sich zwar zurück, aber auch hartgesottenen Horrorfans verlangt der Film in der ein oder anderen Szene eine hohe Toleranzgrenze ab.

Es ist schwer zu sagen, ob Fans des Splatterfilms richtig auf ihre Kosten kommen, da Clown sein Hauptaugenmerk auf Kents Transformation legt. Vielleicht wäre es interessanter gewesen dem Konflikt um Kents verzweifelten Versuch, dem jungen Frischfleisch zu wiederstehen, weiter nachzugehen, statt am Ende auf altbewährten, aber wenig einfallsreichen Splatter zu setzen und dem Film jeglichen Tiefgang zu nehmen. Potential steckt in John Watts und Christopher D. Fords Idee, doch die klischeehaften Charaktere und die zum Teil vorhersehbaren Schockmomente lassen den Film zuweilen einfallslos wirken.

Beitragsbild (c) Tiberius Film /*AffiliateLink

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