COOTIES (2014) – Kritik zur Zombiekomödie

Mandy Passehl 15. Oktober 2015 0
COOTIES (2014) – Kritik zur Zombiekomödie

Menschenskinder! Wer wollte es diesen kleinen Gören nicht auch schon einmal heimzahlen? Nur weil sie klein, niedlich und unsere Zukunft sind, können sie sich alles erlauben. Doch nicht ganz. Wer geplagt ist von zankenden kleinen Geschwistern, nervigen Schülern, frechen und verwöhnten Rotznasen, dem wird Cooties einen Herzenswunsch erfüllen: Einmal seinen Frust rauslassen und es diesen blöden Nervensägen so richtig zeigen – ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Das wär´s doch!

Naptime motherf*ckers!

Als wäre der erste Tag an einer neuen Schule in Chicken Fort als Vertretungslehrer nicht schon schwer genug, sieht sich Clint Hadson (Elijah Wood) nicht nur den seltsamen Macken der Lehrerkollegen sondern auch den vorlauten Schülern ausgesetzt, die sich irgendwie schlimmer benehmen als sonst. Es scheint, als wären die Kinder von einem Virus befallen, das sie äußerst aggressiv macht. So aggressiv, dass sie anfangen, andere Kinder zu überfallen und schließlich den Direktor der Schule zu verspeisen. Einfach so während der Hofpause. Zusammen mit den anderen Lehrkräften muss Clint nun versuchen, irgendwie lebend aus der Schule zu fliehen, um Hilfe zu holen. Dabei sind alle Mittel erlaubt. Vor allem der coole Sportlehrer Wade Johnson (Rainn Wilson) entpuppt sich bei der Beseitigung von blutrünstigen Kinderzombies als besonders kreativ.

SAW & GLEE = COOTIES

Die Idee, süße kleine Kinder in Zombies zu verwandeln und den Erwachsenen im Film damit zu erlauben, sie kaltblütig zu töten, entsteht dann, wenn man den Co-Writer von Saw Leigh Whannell und den Co-Writer von Glee Ian Brennan zusammen in einen Raum steckt und dann Horrornerd Elijah Wood bittet, den Film zu produzieren. Woods Produktionsfirma SpectreVision entpuppt sich nämlich langsam als Geheimtipp für schräge aber besonders kreative Filme im Horrorgenre. Jüngstes Beispiel dafür ist auch der viel gelobte Vampir-Western A Girl Walks Home Alone At Night.

Cooties Szene (c)Universal Pictures Germany

Ob eine Thermoskanne gegen fiese Zombies im Lehrerzimmer helfen kann?
(c)Universal Pictures Germany

Das Konzept von Cooties funktioniert. Für zusätzliche Lacher sorgen die verschiedenen Marotten der Lehrer, von denen wirklich jeder eine hat. Clint sieht sich eher als Autor und nervt alle mit seinen unoriginellen Buchideen und Notizen, die er in den unmöglichsten Momenten macht. Sportlehrer Wade hat eine kleine Obsession mit Sandra Bullock und lockert jede noch so schlimme Situation mit seinen unfreiwilligen Sprachfehlern auf. Und auch der gestörte Kollege mit dem Drang, andauerend Small Talk zu führen oder der nicht-geoutete schwule Lehrer sind Teil des Teams um Clint, die möglichst wenig doof aus der Schule flüchten müssen.

Fazit

Die Geschichte und die Charaktere machen Cooties zu einer sehr gelungenen Horrorkomödie. Manche Schnitte sind jedoch etwas zu schnell gesetzt und wirken dadurch unwillkürlich. Auch die Schlussszene endet etwas abrupt. Ein Ende, das die Geschichte besser aufgelöst hätte, wäre wünschenswert gewesen. Doch die 90 Minuten bis zum plötzlichen Schluss sorgen für gute Laune und sind definitiv sehenswert. In welchen anderen Filmen kommen sonst schon Kinderzombies vor, über deren gemeine Ermordung man lachen darf?

Cooties ist ab dem 15. Oktober als DVD, Blu-ray & VoD im Handel erhältlich.

Beitragsbilder: (c)Universal Pictures Germany

COOTIES (2014) – Kritik zur Zombiekomödie
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