Die versunkene Stadt Z Kritik: ein Abenteuerfilm ohne Spektakel

Sophia Freiheit 3. März 2017 0
Die versunkene Stadt Z Kritik: ein Abenteuerfilm ohne Spektakel

Die versunkene Stadt Z feierte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2017. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von David Grann „The Lost City of Z: A Tale of Deadly Obsession in the Amazon“ aus dem Jahre 2009, welches wiederum auf den wahren Ereignissen um den Entdecker Percy Fawcett basiert.

Percy Fawcett (Charlie Hunnam) ist ein britischer Offizier des 20. Jahrhunderts. Er ist glücklicher Familienvater, der durch seinen Namen allerdings kein sonderlich gutes Ansehen in der Gesellschaft hat und daher auch keine Auszeichnungen für seine Leistungen erhält. Dennoch bekommt Fawcett das Angebot, in Südamerika Ausmessungen im Grenzgebiet zu machen und sieht darin die Chance seine Ehre zurückzugewinnen. Er begibt sich auf eine weite und gefährliche Reise mit seinem Assistenten Henry Costin (Robert Pattinson). Nachdem er auf seinen Reisen im Amazonas interessante Hinweise findet, die eine uralte Zivilisation andeuten, wird der Dschungel seine Leidenschaft und sein Lebenstraum, den er einfach nicht mehr loslassen kann. Percy steht plötzlich im Zwiespalt zwischen seiner Entdeckungsfreude und seinen Aufgaben als Familienvater.

Sienna Miller und Robert Pattinson sind tolle Nebenbesetzungen, wobei besonders Robert Pattinson definitiv überrascht, da man ihn sich schwer in einer Nebenrolle außerhalb von Twilight vorstellen konnte. Er spielt jedoch überzeugend, wenn auch sehr zurückhaltend. Auch die Rolle des James Murray (gut gespielt von Angus Macfadyen) bietet eine interessante Wendung und hätte durchaus mehr Potential gehabt. Für den Protagonisten Percy Fawcett, gespielt von Charlie Hunnam, stellen die Reisen eine Flucht aus der realen Welt und familiären Problemen da. Seine Sehnsucht nach der Ferne und sein Entdeckungsdrang sind inspirierend anzusehen. Auch wenn dies schauspielerisch gut umgesetzt wird, schafft der Film es nicht, dass sich der Zuschauer in der Hauptrolle hineinversetzen kann.

Da Die versunkene Stadt Z auf wahren Begebenheiten beruht, bietet das Drehbuch sowieso ein spannendes und interessantes Thema an. Die Szenenbilder an den Originalschauplätzen sind beeindruckend und kameratechnisch gut umgesetzt. Nachdem der Trailer schon sehr vielversprechend war, hatte man große Erwartungen an den Film – es sollte nicht ausschließlich eine Biografie werden, sondern vielmehr ein Abenteuerfilm. Leider tendiert der Film dazu, mehr als eine Dokumentation zu wirken, als ein Abenteuerfilm. Es ist ein Film, der von Visionen erzählt, dabei leider nicht visionär ist. Die stilistischen Mittel sind sehr klassisch gehalten, was nicht unbedingt schlecht ist. Es gibt wenig Special Effects und sonstige Sensationen, dadurch wirkt die Handlung an manchen Stellen leider etwas zäh, denn zu einem dramaturgischen Höhepunkt kommt es nicht. Besonders gegen Ende des Films (wobei ich nicht zu viel verraten möchte) hätte man durch das Medium Film Klärungsansätze bieten können oder auf die Verschwörungstheorien eingehen müssen – eine Quintessenz bleibt somit leider aus.

Insgesamt ein durchaus sehenswerter Film, vor allem für Leute, die auf klassische Erzählstrukturen stehen. Mit 140 Minuten trotzdem ein ziemlich langer Film, der dafür leider sehr schnell wieder vergessen ist.

 Die versunkene Stadt Z läuft ab dem 30. März 2017 in den deutschen Kinos.

Beitragsbild: ©StudioCanal.

Die versunkene Stadt Z
Date Published: 03/03/2017
3.5 / 5 stars

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