„Dumbo“ Kritik: Tim Burtons Realversion des Disney-Klassikers

Lida Bach 28. März 2019 0
„Dumbo“ Kritik: Tim Burtons Realversion des Disney-Klassikers

Tim Burtons Live-Action-Remake des Zeichentrick-Klassikers von 1941 führt vor, wie der skrupellose Ausverkauf von Träumen und naiver Phantasie in totalem Desaster endet. Nur ist diese Botschaft eine metatextuelle, immanent im Scheitern eines durch und durch merkantilen Filmprojekts. Selbiges ist Symptom der aus kreativer Stagnation und Grandiosität geborenen Recycling-Trends, den der Regisseur im Hause Disney erst mit seinem Alice in Wonderland-Remake etablierte. Da scheint es nur fair, dass Burton weiter mit abkassiert.

Seine verspielte Groteske und Exzentrik sind längst nur noch Formalismen, die Originalität vorgaukeln. Statt Inspiration regiert markeneintragsreifer Tim-Burton-Style: abgenutzt und durchschaubar wie jedes aufgesetzte Attribut der entzauberten Story. Deren von eindimensionalen Figuren in Holzdialogen vorgebetete Selbstbewusstseinsbotschaft ist noch unechter als der computergenerierte Titelheld. Dessen Mimik zielt zwanghaft auf maximale Niedlichkeit ab. Während der Trickfilm-Dumbo mit seiner Persönlichkeit rührte, ist das CGI-Pendant nur seelenlose Staffage. Gleiches gilt für den Rest der Zirkustruppe. 

Deren Direktor war der einzig Sprechende der grausamen Menschen des Originals, das Tierquälerei zu Unterhaltungszwecken nachdrücklicher ablehnte als das ambivalente Remake. Burtons spannungs- und spaßfreies Zeugnis seines künstlerischen Niedergangs feiert die Mär von der inklusiven Zirkusfamilie, die Showtieren Tickets in die Wildnis spendiert. Was dort Käfigtieren blüht und daheim der um ihre Attraktionen erleichterten Truppe? Egal, solange Danny DeVitos herzensguter Zirkusfamilienvater uns versichert, alles sei prächtig. In einem immerhin übertrifft Disneys Selbstausverkauf seine Vorlage: Publikumsabstumpfung. 

Kinostart: 28.03.2019

Beitragsbild: © Walt Disney

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