Filmkritik: Possession – Das Dunkle in dir (2012)

Florian Erbach 26. Oktober 2013 0
  • Story
  • Bild und Setting
  • Genre: Horror

Mit „Possession – Das Dunkle in dir“ betritt Regisseur Ole Bornedal genre-technisch kein Neuland. Bereits 1994 zeigte er, dass er mit „Nightwatch“ einen sehr guten Thriller inszenieren kann, der einige gute Schockmomente beinhaltete. Possession ist jedoch der erste Film von Bornedal, der sich mit Spukgeschichten und eigentlich genauer, mit einem Poltergeist auseinandersetzt. Mit Jeffrey Dean Morgan und Kyra Sedgwick sind die Hauptrollen nicht unprominent besetzt. Kann Bornedals Gruselgeschichte mit Paranormal Activity, Insidious und weiteren Genrefilmen mithalten?

Nichts Neues – und doch interessant

Die Handlung ist genretypisch und überraschungsarm. Vater und Mutter leben in Trennung, während die zwei Mädchen mit der Situation umgehen müssen. Wie es der Zufall will, entdeckt das jüngste Mädchen bei einem Flohmarktverkauf eine – nicht wirklich für Kinder ansehnliche – Kiste und das Schicksal des Mädchens scheint besiegelt. Merkwürdige Geschehnisse häufen sich und schon bald wird dem Vater bewusst, welches Grauen in Verbindung mit der Kiste steht. Doch die Situation alleine zu bewältigen scheint auswegslos. Hilfe von außerhalb muss her! Kann der Dämon schließlich bezwungen werden?

Während die Handlung nicht wirklich von einem hohen Spannungsbogen gekennzeichnet ist, punktet der Film vor allem bei seiner unaufgeregten Erzählweise. „Possession – Das Dunkle in dir“ deckt die gesamte Bandbreite der Poltergeistthematik ab und schildert sehr ansehnlich, den Weg zur Besessenheit und das mögliche Ende einer solchen Besessenheit. Die Schockeffekte sind selten, aber gut platziert. Wer hier viel Blut erwartet, wird enttäuscht sein. Denn der Film orientiert sich eher an Insidious als an Evil Dead. Besonders interessant fand ich, dass der Poltergeist keinen christlichen Hintergrund hat, sondern auf den jüdischen Glauben zurückgeht.

Fazit:

„Possession – Das Dunkle in dir“ ist ein guter Genrefilm, jedoch kann er mit Insidious oder anderen „Genregrößen“ nicht ganz mithalten. Das liegt meines Erachtens vor allem am eher schwachen Ende, welches irgendwie so dahin plätscherte, ohne das es einen großen Knall gab. Abgesehen von der Tatsache, dass es vorhersehbar war, hätten ein paar mehr Schockeffekte dem Film wahrscheinlich gut getan. Dennoch sollten Genreliebhaber um den Film keinen Bogen machen. Denn gerade der ruhige Aufbau und die wenigen Schockeffekte machen den Film interessant und sehenswert! 3/5

Filmkritik: Possession – Das Dunkle in dir (2012)
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