Go Go Power Rangers: Kritik zum nostalgischen Remake

Jonas Gröne 3. April 2017 0
Go Go Power Rangers: Kritik zum nostalgischen Remake

Die Rangers sind zurück: Für das Remake übernahm Dean Israelite (Project Almanac) die Regie. Dieser war sich wohl bis zum Schluss nicht einig, für wen der neue Streifen eigentlich sein soll. Das merkt man dem Film dann auch an. Sei’s drum: Die Zords gibt’s trotzdem.

Einen Film wie Power Rangers zu bewerten, ist kein leichtes Unterfangen. Polarisierende Meinungen sind fast unumgänglich. Für die einen sind die Power Rangers der größte Schrott. Für die anderen ein Stück geliebte Kindheit. Ich darf mich wohl zu letzterem zählen. Somit auch eine Pflichtaufgabe für mich, in Nostalgie zu verfallen und den neuen Power Rangers-Streifen anzuschauen. Am Ende war es dann leider nur eine Pflichtaufgabe meinerseits.

Als der Film zu Ende war, musste ich mich aber ernsthaft fragen: Bin ich zu alt? Oder ist der Film zu jung? Mein Entschluss ist unschlüssig – Nun aber erstmal zum Film.

Die Power Rangers sind also wieder da. Diesmal im Kino sogar. Und dort präsenter als nie zuvor. Ob sie genauso gut sind, soll jetzt geklärt werden. Im Film begegnen wir nach einem Zeitsprung Jason. Er wird der neue Rote Ranger. Weil er aufgrund von Turbulenzen an einer Fußfessel hängt, bittet er Billy (Eher der Nerd der Gruppe) um Hilfe. Als Gegenleistung fährt Jason ihn ins Gebirge, wo Billy chaotischer Weise erstmal Sprengungen durchführen will. In der Nähe sind ganz zufällig Kimberly (Der Typ „Billys neue Freundin“), Zack (Der Draufgänger) und Trini (Die Schweigsame). Billys Detonation lockt schließlich alle an einen Ort, wo sie die Powermünzen finden. Jene geheimnisvollen Objekte, die schon zu vergangenen Zeiten den Power Rangers, den eigentlichen Beschützern der Welt die Kraft gaben. Wie es kommt, nimmt jeder der Teenager eine der Münzen mit und schon bald entwickeln die Schüler ihre übermäßigen Kräfte, die sie von Klippe zu Klippe springen lassen oder per ungewollter Kopfnuss den Schulbully K.O. schlagen.

Die Teenager kehren zum Fundort zurück und entdecken eine geheime Höhle, in der sich der von einem Hologramm projizierte Zordon (Bryan Cranston) befindet. Er war einst der rote Ranger und will die Teenager zum Kampf gegen die erschienene Schurkin Rita gruppieren. Zweifel kommen auf, Alpha 5 ist übrigens auch wieder dabei, aber letztlich läuft alles auf den unter dem Theme „Go Go Power Rangers“ rhythmisierten letzten Schlachtkampf hinaus, wo die Rangers Rückschläge erleben und den Mega-Zord heraufbeschwören müssen.

Das ist kein Spoiler – Alles musste in den Film rein. Die Macher wollten wohl alles drin haben. Dass sie sich hingegen so unelegant verhielten und nahezu unpassend die Nostalgie stellenweise entfachen wollten, liegt vielleicht einfach an der Popularität des Franchises. Nach dem Motto: Die Marke macht’s!

Die Grundatmosphäre verhält sich so wie die Serie. Dem leicht trashigen Dialogdesign folgen die einfachsten Motivationen, die keinerlei Gehirnspannung beanspruchen. Das war zu erwarten und muss auch nicht schädlich sein. Allerdings merkt man den neuen Power Rangers an, dass sie hier ganz klar neue, zum Teil jüngere, Altersgruppen anvisieren. Für die alte Schiene ist hier nicht mehr allzu viel zu holen. Vom relativ starken Anfang macht der Film immer wieder Bögen nach unten und oben schwenkend. Eine der besseren Szenen ist die, wo die Gruppe das erste Mal sich in ihren Kräften übt und mal eben zu Klippenspringern werden. Das sieht gut aus. Vielleicht die einzige Szene, die sinnvoll Geschehnisse miteinander verknüpft, denn hierdurch finden die Teenager Zordons Unterschlupf und ihre Bestimmung.

Wie heiße Kartoffeln lässt dieser Film aber auch Figuren fallen. Die anfänglich so stark aufgebaute Figur des Jason, des roten Rangers, ist nach gewisser Zeit nicht mehr wirklich zu gebrauchen. Als Pflichtaufgabe hat er diesen Film wohl auch gesehen. Besser macht es da Billy als der blaue Ranger. Seine teils lockere und flippige Art macht einfach Spaß, während der Rest der Truppe dann das Ensemble abrundet. Etwas futuristischer schauen auch die Anzüge aus. Was die Action und den Showdown mit Rita betrifft, hat man sich wohl bei Michael Bay was abgeguckt. Besser als sein Turtle-Desaster ist Power Rangers dann aber doch.

Power Rangers läuft seit dem 23. März in den deutschen Kinos.

Trailer Deutsch:

OT: Power Rangers

Regie: Dean Israelite

Länge: 124 Minuten

Beitragsbild: © STUDIOCANAL

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