Halloween-Special: Horrorfilme, die auf Tatsachen beruhen

Mirjam Maier 21. Oktober 2018 0
Halloween-Special: Horrorfilme, die auf Tatsachen beruhen

Halloween naht, die Watchlist benötigt Nachschub für eine Filmnacht des Grauens und was ist bei Horrorfans beliebter als Filme, die auf wahren Begebenheiten beruhen? Hier stellen wir euch fünf Horrorfilme vor, denen wahre Tatsachen zugrunde liegen und die man vor diesem Hintergrund noch einmal mit ganz anderen Augen sieht.

Der Exorzismus von Emily Rose (2005)

Scott Derricksons Film über den Exorzismus an einer jungen Frau basiert auf der Geschichte der Anneliese Michel, die am 1. Juli 1976 entkräftet an Unterernährung in Klingenberg am Main starb. 67-mal hatten römisch-katholische Priester den großen Exorzismus an ihr vollzogen. Kein Wunder also, dass der Gerichtsprozess internationale Bekanntheit erlangte. In dem Film Der Exorzismus von Emily Rose begleitet der Zuschauer den Gerichtsprozess und die Erzählungen von Priester Richard Moore, der des fahrlässigen Todes an Emily Rose durch einen Exorzismus bezichtigt wird. In Rückblenden wird Emilys Leiden gezeigt, deren Anfälle von Jennifer Carpenter so eindrucksvoll gespielt werden, dass einem selbst die Luft zum Atmen wegbleibt. Der Film wird, wie sollte es auch anders sein, mit einigen übernatürlichen Elementen unterfüttert, die ihn von den wahren Ereignissen wegführen. Dennoch ist Der Exorzismus von Emily Rose ein stimmungsvoller und gelungener Thriller, der mit Horrorelementen schockt. Wer der Wahrheit dichter auf den Spuren sein mag, dem sei der Film Requiem von Hans-Christian Schmid aus dem Jahr 2006 empfohlen.

The Hills Have Eyes (1977 / 2006)

In Wes Cravens Original sowie in der Neuverfilmung von Alexandre Aja reist Familie Carter mit dem Wohnwagen ihrem Sommerurlaub entgegen. Blöd nur, dass der Wohnwagen mitten in der Wüste liegenbleibt und die Bewohner, deren Aussehen von atomaren Tests in diesem Gebiet entstellt ist, auf den Plan ruft. Und diese sind den Carters nicht wohlgesinnt. The Hills Have Eyes basiert auf der Legende von Alexander „Sawney“ Bean, die besagt, dass der nicht sehr rechtschaffene Bean mit seiner Frau und 47 Nachkommen, die untereinander Kinder gezeugt hatten, im 15. Jahrhundert in Schottland eine Höhle bewohnt haben soll. Klingt befremdlich? Es kommt noch schlimmer: Ihnen sollen mehr als 1000 Menschen zum Opfer gefallen sein, die sie verzehrten, um überleben zu können. Ob sie das Exil freiwillig gewählt hatten oder aus der Stadt gejagt wurden, ist nicht bekannt. Ebenso wenig bekannt ist, wie viel wahrer Kern in dieser Legende steckt.

Amityville Horror (1979 / 2005)

Am 13. November 1974 löschte der 23-jährige Ronald DeFeo mit einem Gewehr seine gesamte Familie aus. Er tötete seine Eltern, seine zwei Brüder und seine zwei Schwestern und bekam dafür eine lebenslange Freiheitsstrafe. Er behauptete, Stimmen hätten ihm die Tat befohlen. Auf dieser Tragödie basieren sowohl die Originalverfilmung von Stuart Rosenberg sowie die Neuverfilmung von Andrew Douglas. Den eigentlichen Grundstein für beide Filme legte aber die Familie Lutz, die 1975 das Haus kaufte und kurz nach dem Einzug bereits über seltsame Vorgänge berichtete. Hier setzt Amityville Horror an und spinnt eine Geschichte um wahre und zugleich erlogene Ereignisse. Tatsache ist, dass es die Morde gegeben hat, falsch hingegen sind die Behauptungen der Familie Lutz über die paranormalen Vorgänge in diesem Haus. Die Familie sowie der Anwalt von DeFeo dachten sich die Horrorstorys aus. Die Gründe: DeFeos Anwalt wollte eine Neuverhandlung des Falls erwirken, die Familie Lutz schnelles Geld machen, um die Hypothek für das Haus, die sie sich eigentlich nicht leisten konnten, zu bezahlen. Auch wenn beide Filme so nur zum Teil auf wahren Begebenheiten basieren, macht es sie nicht weniger haarsträubend. Die zwölf weiteren Teile, die der Film von 1979 nach sich zog, dürfen allerdings vernachlässigt werden.

Wolf Creek (2005)

Greg McLean zeichnet für den australischen Schocker verantwortlich, der von drei jungen Abenteurern handelt, die mit dem Wagen den australischen Outback erkunden. Die Reise der zwei Engländerinnen Liz und Kristy und dem Australier Ben kommt jedoch ins Stocken, als das Auto liegen bleibt. Sie treffen auf den hilfsbereiten Mick, der sich den Wagen ansieht und dem nicht nur auf den ersten Blick nicht zu trauen ist. Inspiriert wurde Wolf Creek von Ivan Milat, einem australischen Serienmörder, der 1996 des brutalen Mordes an sieben Rucksacktouristen schuldig gesprochen wurde. Einem seiner Opfer gelang die Flucht und dies führte zur Festnahme von Milat. In seinem Haus wurden Gegenstände der ermordeten Touristen gefunden, die er als Trophäen aufbewahrt hatte. Als weitere Grundlage gilt der Mord an einem britischen Rucksacktouristen durch Bradley John Murdoch, der dafür lebenslange Haft bekam. Die Begleitung des Briten konnte Murdoch entfliehen und ihn später identifizieren. Es dürfte klar sein, dass Wolf Creek nichts für schwache Nerven ist, aber auch, dass der Survival-Horror keinem Tatsachenbericht entspricht.

Possession (2012)

In Possession enthält eine alte Holzkiste von einem Flohmarkt eine übernatürliche Macht, die von dem Mädchen Emily Besitz ergreift. Als dem frisch geschiedenen Ehepaar Brenek die Veränderung ihrer Tochter auffällt, versuchen sie, die Ursache herauszufinden. Emilys Vater Clyde bringt sich damit in große Gefahr, um dem Dämon beizukommen. Zugegeben, der Film von Ole Bornedal postuliert im Vorspann zwar, auf wahren Begebenheiten zu beruhen, doch legt er diese großzügig aus. Possession basiert auf der Verkaufsanzeige für eine Weinkiste über die Plattform ebay, die durch ihre Beschreibung Berühmtheit erlangte. Der Besitzer wollte sie loswerden, da seine Mutter, kurz nachdem er ihr die Kiste schenkte, einen Schlaganfall erlitt und die Türen im Haus der Schwester sich nicht mehr schließen ließen, als die Box an sie übergegeben wurde. Weitere Besitzer klagten über Albträume, gesundheitliche Schwierigkeiten und unerklärliche Vorfälle, die sie auf die Box zurückführten. Bei dieser soll es sich um eine Dibbuk-Box handeln. Mittlerweile ist sie im Besitz von Museumsdirektor Jason Haxton, der bereits ein Buch über das Zusammenleben mit der Box veröffentlicht hat. Auch wenn die Ereignisse im Film jeder realistischen Grundlage entbehren, bietet Possession kurzweilige Horrorunterhaltung der besseren Sorte.

Wir wünschen euch frohes Gruseln – Happy Halloween!

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