Kritik zum zweiten Teil von „Jurassic World: Das gefallene Königreich“

Christoph 7. Juni 2018 0
Kritik zum zweiten Teil von „Jurassic World: Das gefallene Königreich“

„Jurassic World“ wurde 2015 zu einem finanziellen Mega-Erfolg. Das Reboot, der nun schon 20 Jahre alten Filmreihe, hatte sich mehr als gelohnt. Die Formel: Gleiches Setting, mehr Dinos, mehr Opfer, mehr Action und dies alles mit Hilfe von jeder Menge Computereffekten, ging erfolgreich auf. Die Kritiken waren aber nicht so großzügig wie die Zuschauerzahlen. Filmfortsetzungen werden aber nicht auf Grund der Kritikermeinungen gedreht, sondern wegen deren finanziellem Erfolg. Und ein Einspielergebnis an der Kinokasse von 1,5 Milliarden Dollar, bei ca. 250 Million Dollar Budget, kann derzeit nur noch von der Marvel-Helden-Schmiede übertrumpft werden.

Wir haben bereits das Jahr 2018, der zweite Teil der „Jurassic World“ öffnet seine Tore, der kräftige Untertitel „Das gefallene Königreich“ erklingt und wir fragen uns: Ist es ein zweiter Teil wie man ihn kennt, der von allem noch mehr zu bieten hat? Nein und das ist gut so.

Zum Inhalt braucht nicht viel genannt werden, denn das tun die aktuellen Trailer ausreichend, aber so viel sei verraten: Die Insel Isla Nublar ist in festen Händen der, dank Gentechnik wiederbelebten, Dinosaurier. Es gibt jedoch nicht nur alte Arten, sondern auch neu kreierte. Auch wenn der Indominus Rex dank Teamwork von T-Rex und Raptoren besiegt wurde, nsa ja genau genommen hat der größte Fleischfresser der Meere, der Mosasaurus, noch etwas mitgeholfen, gibt es dennoch Potential für einen Handlungsgrund: Der Vulkan der Insel ist wieder aktiv geworden und bedroht jegliche Pflanzen- und Tierwelt auf der Insel. Umweltschützer und Politiker diskutieren darüber, ob die Urgiganten gerettet werden sollen oder ob, wie Dr. Ian Malbom (Jeff Goldblum) so treffend formuliert: „Die Natur diesen Fehler der Evolution beseitigen lässt“. Um des Plots Lebenswillen, sollen sie natürlich gerettet werden.

Was „Jurassic World II“ wesentlich besser macht als sein Vorgänger, ist vor allem sein Fokus auf die Action und Spannung. Der erste Teil wollte hier noch mit Charaktertiefe und Beziehungen glänzen, dabei waren vor allem die beiden Kinder eher störend als für die Zuschauer identifizierbar. Eine ebenfalls gute Entscheidung des neuen Teils ist es, die Handlung in der zweiten Filmhälfte auf ein noch unbekanntes Terrain zu verlagern. Die Szenerie widerspricht etwas der Logik und schmälert die Präsenz der Dinosaurier, kommt aber dafür den kleineren und wendigeren Kollegen mit den spitzen Fußnägeln zu Gute. Nichtdestotrotz sitzt man genauso oft mit offenem Mund im Kinosaal, über das dumme Verhalten der Filmfiguren staunend, wie auch dass es sich um einen Familienfilm handelt. Vor dem Kinobesuch von „Jurassic World 2“ muss man dringend den Eltern ins Gewissen reden, dass nicht jedes 12-jährige Kind mit der Brutalität und dem Grusel zurechtkommen wird, welche hier in hoher Frequenz auf der Leinwand flimmern. Das Original „Jurassic Park“ von 1993 setzte seinen jungen Zuschauern auch sehr zu, aber „Das gefallene Königreich“ wollte hier definitiv die blutige Latte noch etwas höher legen.

Der Film gibt, sei es in Spannung und Action, dem Zuschauer wenig Zeit zum durchatmen, schafft es aber dennoch ein paar einprägsame Bilder zu schaffen. Der Wechsel zum spanischen Regisseur J. A. Bayona („Sieben Minuten nach Mitternacht“, „The Impossible“) war eine riskante Entscheidung für das Studio und einen Franchise-Blockbuster, man kann dem Film jedoch ansehen, dass er die Handschrift des Regisseurs trägt; besonders, wenn man „Das Waisenhaus“ (2007) hinzuzieht.

Wenn es den Zuschauern gelingt kein logisches Denken der Hauptfiguren zu fordern, ist „Jurassic World 2 – Das vergessene Königreich“ ein unterhaltsamer Blockbuster, der durchaus zu packen und unterhalten weiß. Leider geht dieser aber nicht weit genug zum Thema Gentechnik auf eine konkrete Meinungssuche und traut sich kaum eine Aussage zu machen. Hier wurde definitiv viel inhaltliche Substanz auf der Franchise-Straße liegen gelassen.

Eine Empfehlung an alle Kinofans, „Jurassic World II“ im IMAX anzusehen: Monster und Urzeitkreaturen gehören auf eine große Leinwand und die Laser-Projektion zeigt, was 3D im Kino eigentlich drauf hat.

Kinostart ist der 06.06.2018

Kritik zum Film Jurassic World: Das gefallene Königreich
Date Published: 06/07/2018
3 / 5 stars

Kritik zum zweiten Teil von „Jurassic World: Das gefallene Königreich“
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