Maze Runner – Die Auserwählten Im Labyrinth: Gedanken zum Buch

Mandy Passehl 21. Oktober 2014 1
Maze Runner – Die Auserwählten Im Labyrinth: Gedanken zum Buch

Während der Film Maze Runner – Die Auserwählten Im Labyrinth in Großbritannien und den USA gerade einen Hype erlebt, läuft der Film bei uns in Deutschland gerade erst an. Beispielsweise klebt das Filmplakat in London immer noch an jedem zweiten roten Doppeldecker. Doch scheinbar ging die Marketing-Strategie der 20th Century Fox auf, denn tatsächlich muss sich der Film in Sachen Erfolg nicht verstecken. Maze Runner startete in Großbritannien am 10. Oktober und hat es sich gleich hinter Gone Girl auf Platz 2 der aktuellen Kinocharts gemütlich gemacht. In den USA schaffte es der Film am Eröffnungswochenende (19.09.) sogar auf Platz 1. Der Streifen lockt die Zuschauer sicher auch deshalb in die Kinos, weil die aufstrebenden englischen und amerikanischen Jungschauspieler, nämlich Thomas Brodie-Sangster (Tatsächlich …Liebe, 2003) und Kaya Scodelario (Serie Skins, 2007-2013) sowie Dylan O´Brien (MTV-Serie Teen Wolf, seit 2011) darin mitspielen.

Alles wird sich ändern

Die Auserwählten - Im Labyrinth

Die Auserwählten – Im Labyrinth von James Dashner bei Amazon
(c)CARLSEN

Bevor ich mir jedoch den Film zu Gemüte ziehe, wollte ich mir die literarische Vorlage des Films von James Dashner einmal genauer ansehen. Der Amerikaner veröffentlichte die Trilogie, bestehend aus Die Auserwählten – Im Labyrinth, Die Auserwählten – In der Brandwüste und Die Auserwählten – In der Todeszone, zwischen 2009 bis 2011 und verfasste bereits mehrere Fortsetzungsromane für Jugendliche, wie beispielsweise die Infinity Ring Series oder die 13th Reality Series, welche allerdings nicht in Deutschland erschienen sind. Sein bisher größter Erfolg ist die Trilogie Die Auserwählten, welche sich weltweit über 4 Millionen Mal verkauft hat.

Der erste Buch Im Labyrinth steigt ohne Umwege in die Geschichte ein, entwickelt sich dann aber ungefähr hundert Seiten lang nicht mehr weiter. Das Problem besteht leider, wenn die Protagonisten in dem Buch dank Gedächtnisverlust genauso wenig wissen wie der Leser selbst. Hauptperson Thomas stellt zwar viele Fragen, aber niemand mag ihm so richtig antworten und das stößt dem Leser nach einer Weile genauso auf wie Thomas selbst. Sobald man aber die ersten hundert Seiten hinter sich hat, kommt die Geschichte tatsächlich etwas in Schwung und man wird für seine Geduld mit der ersten Begegnung mit den Griewern und der Ankunft des geheimnisvollen Mädchens Teresa belohnt.

Doch der Reihe nach: Die Auserwählten – Im Labyrinth erzählt die Geschichte von Thomas, der sich ohne jegliches Erinnerungsvermögen urplötzlich inmitten eines Labyrinths wiederfindet, aus dem bereits eine Gruppe männlicher Jugendliche seit zwei Jahren versucht, herauszufinden. Sie bewohnen eine Art Lichtung und organisieren ihren Alltag so gut es geht. Jeden Monat wird ein neuer Frischling per Fahrstuhl zu ihnen nach oben geschickt – von wem, wissen sie nicht. Das Problem: Die Jugendlichen teilen sich das Labyrinth mit den sogenannten Griewern – unbeschreiblichen Monstern, die es auf Menschenfleisch abgesehen haben. Sie sind der Grund, warum sich des Nachts die meterhohen Wände des Labyrinths eigenständig bewegen und die Lichtung zum Schutz der Gruppe schließen. Sobald die Lichtung wieder geöffnet ist, versuchen die sogenannten Läufer täglich einen Weg durch das Labyrinth zu finden. Leider verschieben sich sämtliche Wände jede Nacht, weshalb es umso schwerer ist, Karten zu entwerfen. Ein Ausweg aus dem Gefängnis ist so gut wie aussichtslos. Bis eines Tages das erste Mädchen auf der Lichtung ankommt. Nämlich Teresa, welche kurz nach ihrer Ankunft in eine Art Koma fällt – jedoch nicht, ohne vorher noch unheilvoll zu verkünden: „Alles wird sich ändern.“

Von Neppdeppen, Klonk und Griewern

Sieht man über die Anfangsschwierigkeiten des Buches hinweg, ist der erste Band der Trilogie alles in allem ist ein gelungenes Jugendbuch. Die Geschichte gewinnt an Spannung und der Leser beginnt, sich für das Schicksal der nur vorerst flachen Charaktere zu interessieren. Ein paar kleine Schwachstellen hat das Buch jedoch: Durch den Gedächtnisverlust der Protagonisten, fehlen ihnen hier und da die Worte und so haben sie sich eigene ausgedacht. Darunter besonders häufig genutzt: Neppdepp (Idiot) und Klonk (Mist). Aber auch Klassiker, wie Frischling fanden ihren Weg in die übersetzte Fassung des Buches. Die Ausdrücke wirken für meinen Geschmack etwas zu kindlich und altmodisch. Nach den ersten Seiten hat man sich aber an die seltsame Ausdrucksweise der Lichter – den Bewohnern der Lichtung – gewöhnt. Ein weiterer Schwachpunkt des Buches ist, dass es mitunter etwas zäh sein kann. Vor allem, wenn Thomas‘ Gedanken und Ängste auf jeder Seite wieder von neuem erklärt werden.

Wie Florian in seinem Beitrag über berühmte Labyrinthe der Filmgeschichte angedeutet hat, setzt auch Maze Runner ganz auf die Idee, eine Gruppe Jugendlicher in einer dystopischen Welt auszusetzen und daraus eine Abenteuerfortsetzung zu gestalten, die sich vor allem an Teenager richtet. Bleibt zu hoffen, dass Regisseur Wes Bell die Fehler im Buch beheben konnte und sich der Film mit Die Tribute von Panem und Divergent messen kann. Die 20th Century Fox hat sich zumindest schon die Rechte an dem zweiten Teil der Trilogie gesichert.

Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth läuft seit dem 16. Oktober in deutschen Kinos.

(c) 20th Century Fox

(c)CARLSEN