„SPRING – Love is a Monster“ Kritik zum Horrorfilm

Thomas Neumeier 8. Oktober 2015 0
„SPRING – Love is a Monster“ Kritik zum Horrorfilm

Schaurig schön … würde ich diesen Film in zwei Worten zusammenfassen. Nicht selten sind es die Filme, von denen man wenig erwartet, die einen am Ende tief bewegen. So auch hier. Schaurig schön. Ja wirklich, schaurig schön.

Von Horrorfilmen aus der zweiten Reihe hat man eher selten etwas Besonderes zu erwarten. Abgedroschene Stories nach bewährtem Muster, meist noch mit nicht wirklich überzeugenden Effekten, ist man geneigt zu meinen, gleich über sich ergehen lassen zu müssen. SPRING belehrt vorurteilsbehafteten Filmfreaks wie mich mal wieder eines Besseren. SPRING – Love is a Monster ist eine wundervoll stimmige filmische Komposition. Die Farben, die Stimmung, die Atmosphäre, die leisen Töne, der Film trifft in jeder Hinsicht die richtige Note. Und zu allem Überfluss überzeugen auch noch die Special-Effects.

SPRING beweist eindrucksvoll, dass man dem alten Thema „Mensch liebt irgendein düsteres Monster“ noch immer neue Facetten abringen kann. Erfreulich klischeefrei sehen wir hier eine bedacht erzählte Romanze, getragen von zwei unbelasteten Hauptakteuren (Lou Taylor Pucci und Nadia Hilker), denen man ihre Rollen und Beweggründe gerne abnimmt, eingefangen von einer Kamera, die sehr genau weiß, wonach die Komposition verlangt, ohne überladen oder aufdringlich zu wirken. Die meisten Filme des Genres rücken die Horroranteile in den Fokus und verstehen die zwischenmenschlichen Töne eher als würzige Dreingabe. Im Falle von SPRING bin ich geneigt zu sagen, wir haben hier einen berührenden Romance-Film mit wuchtigen aber nicht voyeuristischen Horroreinlagen. Ein schaurig schöner Film vor betörender süditalienischer Kulisse. Schockmomente, wie sie weite Teile der Genres so gerne zelebrieren, um den Zuschauer vom Stuhl zu reißen oder wenigstens zu erschrecken, hat SPRING gar nicht nötig. Die Gänsehautmomente stellen sich viel mehr wie beim Lauschen einer anregenden Arie ein, in sanften Wellen und nicht durch klatschende Ohrfeigen.

Ein Film der das Genre edelt und für den mir nicht annähernd ein adequates Vergleichsmaterial einfällt. Für mich die filmische Überraschung des Jahres.

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