Trailer zur Doku „Life Itself“ über den Filmkritiker Roger Ebert

Florian Erbach 22. Mai 2014 2
Trailer zur Doku „Life Itself“ über den Filmkritiker Roger Ebert

Wenn die ersten Augenblicke des Trailers zu „Life Itself“ über den Bildschirm flackern und die Worte „Roger Ebert was the definitive mainstream film critic in American cinema“ erklingen, erübrigt sich jede Frage danach, wer eigentlich Roger Ebert war. Der zurecht als bedeutendster Filmkritiker der USA beschriebene Roger Ebert ist vor etwas mehr als einem Jahr im Alter von 70 Jahren verstorben. Er setzte Maßstäbe in der Kritik von Filmen und war für nicht wenige Filmkritiker, besonders aber für jene, die sich auch dem englischsprachigen Raum zuwenden, von großer Bedeutung. Auch heute noch ist seine Webseite www.rogerebert.com ein beliebter Anlaufpunkt, wenn es um die Besprechungen und Einschätzungen von Filmen geht. Ein Markenzeichen ist unter anderem die Verwendung von 4 Sternen, anstatt der üblichen 5 oder 10 Sterne. Roger Ebert war es schließlich, der Filme einem breiten Publikum auch als Kunst greifbar machte:

Martin Scorsese: He made it possible for a bigger audience, a wider audience, to appreciate cinema as an art form.

Regisseur Steve James hat schon einige Dokumentationen gedreht und unter anderem mit Hoop Dreams (Zwei Afro-Amerikaner wollen ihren Traum verwirklichen und professionelle Basketballspieler werden) auch den Preis für die beste Dokumentation auf dem Sundance Film Festival. Das Leben von Roger Ebert dreht sich zwar viel um Filme, aber er schrieb auch viele Bücher und war ein sehr umtriebiger Mann. Die Dokumentation „Life Itself“ zeichnet sein Leben nach und lässt viele Weggefährten zu Wort kommen und verfügt über viel Bildmaterial aus seinem Leben.

„Life Itself“ kommt am 4. Juli in die amerikanischen Kinos und steht gleichzeitig auch als Video-On-Demand zur Verfügung.

Trailer zu Life Itself

via: deadline.com

© magnolia pictures

  • Martin

    Was Roger Ebert darüber hinaus auszeichnete, war seine immer etwas anders strukturierte Herangehensweise an Reviews, die Einbindung persönlicher Erfahrungen, sein Witz und die fast immer ganz klar herauslesbaren Gründe, warum ein Film eben gut oder auch nicht gut war (und das auf unterschiedlichsten Ebenen). Auch wenn man meistens mit ihm übereinstimmt, konnte er für Filme, die man anders bewertet hätte, meistens einen nicht vorher betrachteten Standpunkt anbieten.
    Etwas kritisch sehe ich die Fortführung der Domain unter seinem Namen, die zwar klar von durch ihn inspirierten Kritikern fortgeführt wird, die ihm aber nicht gerecht werden, da jeder von ihnen eine eigene Stimme hat und keiner von ihnen die eine von Roger Ebert. Hier kommt ein bisschen der Verdacht eines posthumanen Opportunismus auf.
    Aber danke für den Tip für diese wahrscheinlich sehr lohnenswerte Doku! Und wenn man mal einen älteren Film sieht, empfehle ich, danach Roger Eberts Meinung zu lesen um vielleicht andere Sichtweisen und Einblicke zu erhalten.

  • Martin

    Was Roger Ebert auch auszeichnete, war seine immer etwas anders strukturierte Herangehensweise an jedes Review, die Einbindung persönlicher Erfahrungen, sein Witz und die fast immer ganz klar herauslesbaren Gründe, warum ein Film eben gut oder auch nicht gut war (und das auf unterschiedlichsten Ebenen). Etwas kritisch sehe ich die Fortführung der Domain unter seinem Namen als Kritiker-Plattform, bei der jetzt eine Vielzahl unterschiedlicher Kritiker schreiben, die zwar von offensichtlich ihm inspiriert sind, aber von denen jeder eine eigene Stimme und keiner die von Roger Ebert hat. Das hat so ein bisschen den Anschein, dass man seinen guten Namen ausnutzt. Aber immerhin kann man auf der Seite fast alle Reviews von ihm nachlesen, was ich öfters mache, nachdem ich einen etwas älteren Film gesehen habe.
    Danke für den Tip für diese wahrscheinlich sehr interessante Doku!