War Pigs (2015): Kritik zum Kriegsfilm mit Dolph Lundgren

Marie-Hélène Lefèvre 13. August 2015 0
War Pigs (2015): Kritik zum Kriegsfilm mit Dolph Lundgren

Wir schreiben das Jahr 1944, die Alliierten sind an der Normandie gelandet und arbeiten sich in das von Deutschland besetzte Inland vor. Durch einen Fehler führt der engagierte Captain Jack Wosick seine Truppe in einen Hinterhalt. Viele seiner Männer lassen ihr Leben, was sich Wosick nicht verzeihen kann. Obwohl er zum Leutnant degradiert wird, wählt der berühmt berüchtigte Colonel A.J. Redding ihn für ein spezielles Kommando aus. Er soll einen Trupp Soldaten, genannt die ‚War Pigs‘ – zu Deutsch Kriegsschweine – hinter die feindliche Linie führen, um Informationen über den Bau einer deutschen Superwaffe zu sammeln. Hilfe erhält er vom kampferprobten Fremdenlegionär Captain Picault. Bevor die Mission umgesetzt werden kann, müssen die „Kriegsschweine“ erst einmal auf Trapp gebracht werden, denn die Männer sind nicht nur untrainiert, sondern lassen es auch an Disziplin und Gehorsam mangeln. Vor allem Sergeant Chambers zweifelt Wosicks Autorität und Entscheidungskraft laufend an, was zu Spannungen in der Gruppe führt. Als die Männer ihre Mission im feindlichen Gebiet antreten, werden sie schnell vor die Entscheidung gestellt, ob sie bei der Ausspähung bleiben oder etwas gegen die Wunderwaffe der Deutschen unternehmen sollen.

Produktion für das Heimkino

Auch 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges reißt das Interesse der Filmschaffenden an diesem dunklen Kapitel nicht ab und liefert weiterhin Stoff für aktuelle Kriegsfilme. Regisseur Ryan Little liefert mit „War Pigs“ einen weiteren Beitrag zum Genre, in dem er amerikanische Soldaten in den Mittelpunkt stellt, die nach dem D-Day 1944 versuchen, lebend von der Front heimzukehren. Dem Film war der Kinostart nicht vergönnt, dafür ist er nun bei uns auf DVD und Blu-ray verfügbar. Das Coverbild der DVD wirkt einladend, besonders für Fans von Kriegsfilmen und der Action-Veteranen Dolph Lundgren und Mickey Rourke. Anders als das Cover und das Filmplakat jedoch suggerieren, spielen weder Lundgren noch Rourke die Hauptrolle, sondern der weniger bekannte Luke Goss, der auf dem Cover in der zweiten Reihe rangiert. Der Schauspieler, der schon in „Blade 2“ und „Hellboy 2 – Die goldene Armee“ mitgewirkt hat, war in den letzten Jahren zumeist in Actionfilmen mit geringerem Budget zusehen. Damit fügt er sich aber hervorragend in das Ensemble von „War Pigs“, zu dem auch Mixed-Martial-Arts Kämpfers Chuck Liddell zählt. Goss spielt den ehrenhaften und am laufenden Band Zigaretten qualmenden Wosick mit viel Ernst und einer Prise Pathos. Seine Rolle macht ihn zwar zum Sympathieträger der Geschichte, lässt ihn aber, trotz allen Bemühungen um Tiefgang, neben Lundgren blass aussehen. Lundgren, der zuletzt prominent in der „Expendables“-Reihe mitwirkte, ist das Highlight in der Besetzung. Seine hünenhafte Erscheinung, gepaart mit seiner ruhigen Art, genügen, um dem Fremdenlegionär eine Coolness zu verleihen, die in diesem Film seinesgleichen sucht. Vor allem Mickey Rourke als Colonel Redding macht neben ihm mit seinen kurzen, trägen Auftritten eine schlechte Figur.

WWII-Kriegsfilm mit Schwächen

Die Ausgangssituation im Film ist denkbar gut und bietet viel Potential für die Charakterzeichnung und -entwicklung durch das Zusammenwachsen der bunt zusammengewürfelten Gruppe. Leider schöpft der Film nicht aus den Vollen und bleibt sowohl bei den Figuren als auch bei der Handlung sehr berechenbar. Darüber hinaus kann die dargebotene Action aufgrund der mittelmäßig animierten Effekte nicht überzeugen. Die FSK 16-Freigabe verdient sich der Film dank einiger expliziter Gewaltdarstellungen dennoch. Kompensiert werden die schwachen Special Effects durch die Kameraführung, die durch ihre Bewegung eine zum Kriegsschauplatz passende Atmosphäre schafft, als wäre der Zuschauer dicht am Geschehen. Auch wenn DVD und Blu-ray wenig Bonusmaterial bieten, kann „War Pigs“ mit seiner Synchronisation punkten, an der mehrere bekannte Sprecher mitgewirkt haben. Alles in allem, dürfte vor allem Lundgrens Darbietung des wortkargen Söldners für seine Fans ein Vergnügen sein und auch über so manche Schwächen hinwegtrösten.

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