„Ant-Man and the Wasp“ Kritik: Marvels Superhelden-Abenteuer

Lida Bach 6. Juli 2018 0
„Ant-Man and the Wasp“ Kritik: Marvels Superhelden-Abenteuer

Spätestens, wenn die Hauptcharaktere und deren Gadgets dem Publikum als Mini-Actionfiguren präsentiert werden, ist eindeutig, dass der jüngste Eintrag ins ausufernde Superhelden-Franchise kaum mehr als ein bombastischer Merchandising-Werbeclip ist. Das chronologisch vor Black Panthereingeschobene Intermezzo um Ant-Man Scott Lang (Paul Rudd) bleibt ein ernüchterndes Zeugnis des monotonen Blockbuster-Regimes von Disney & Marvel. Der unter Hausarrest gestellte Scott und seine alten Komplizen Hope van Dyne (Evangeline Lilly) und Hank Pym (Michael Douglas) entwickeln nicht ansatzweise ausreichend Chemie, um den spannungsarmen Plot am Laufen zu halten.

Das mit einer Insektenarmada und Garderobe voll Kampfanzügen ausgestattete Trio ist machtlos gegen die ästhetische und narrative Normativität des Marvel-Universums. Dessen Kontinuitätsanforderungen und Konformismus, verbunden mit dem Disney-Diktat zur Familientauglichkeit ersticken die überdrehte Hommage, die Retro-Referenzen, Spielzeug-Requisiten und Sitcom-Humor andeuten. Peyton Reeds quirlige Inszenierung vermag aus dem müden Drehbuch keinen mitreißenden Plot herauszuholen. Weder strahlen die Antagonisten je Bedrohung aus, noch wirken die Schnitzeljagd der Protagonisten um ständig die Größe wechselnde McGuffins sowie der gefürchtet endgültige Verlust von Hopes Mutter (Michelle Pfeiffer) je dramatisch.

Ghost (Hannah John-Kamen) spielt als einzig interessante Figur die kleinste Rolle auf dem Spielplatz, der mehr Easter-Eggs bereithält als Figurendynamik, Spannung und Action. Egal wie viele Requisiten Reed wie vergrößert und auf Miniaturmaße schrumpft: Keine der optischen Spielereien kaschiert die Ideenarmut einer Handlung, die in den besten Momenten an einen austauschbaren Kinderfilm erinnert. Den beträchtlichen Rest der Laufzeit ist die banale Caper-Comedy in ihrer Einförmigkeit das dramaturgische Pendant der Matchbox-Mobile, die das Ensemble ständig wechselt: Kleinkram, der sich vergeblich aufplustert, um als erwachsenentauglich durchzugehen.

Kinostart: 26.07.2018

Beitragsbild © Walt Disney

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