Die Peanuts – Der Film: „Oh Charlie Brown!“

Marie-Hélène Lefèvre 5. Januar 2016 0
Die Peanuts – Der Film: „Oh Charlie Brown!“

Eine lange Zeit mussten Peanuts-Fans auf einen neuen Kinofilm warten: Nach sage und schreibe 35 Jahren haben es die kleinen Vorstadthelden rund um Charlie Brown und seinen außergewöhnlichen Hund Snoopy wieder auf die große Leinwand geschafft. Dieses Mal sind sie erstmals computeranimiert und das Ergebnis ist geglückt; dem Film gelingt der Spagat zwischen Comicvorlage und moderner Animation – Nostalgiecharme inklusive.

„Oh Charlie Brown!“

Die Handlung des Films stützt sich stark auf den gleichnamigen Comic des amerikanischen Zeichners Charles M. Schulz. Sein Protagonist Charlie Brown ist ein liebenswerter aber von Selbstzweifel geplagter Grundschüler, der mit seinen Mitschülern und seinem aufgeweckten, pfiffigen Beagle Snoopy und dessen Freund, Vogel Woodstock, den Alltag in einer amerikanischen Vorstadt meistert.
Eines Tages kommt ein neues Mädchen in Charlie Browns Klasse, in das er sich sofort Hals über Kopf verliebt. Um sie zu beeindrucken, zieht er (erfolglos) alle Register, stets unterstützt von Snoopy. Dieser wiederum entdeckt eine Schreibmaschine im Mülleimer und macht sich daran einen Roman zu schreiben, in welchem er als waghalsiger Kampfflieger den roten Baron am Himmel verfolgt. Realität und Snoopys Fantasiewelt wechseln sich dabei ab und haben doch eins gemeinsam: Snoopy und Charlie rennt die Zeit davon.

Die gute alte Zeit

Auch rund 15 Jahre nach dem Tod des Erfinders ist die Welt von Charlie Brown immer noch diesselbe und den Lesern der Comics sehr vertraut: In dieser Welt sind die Kinder die Großen, Erwachsene haben keinen Platz im Bild und kommen nur am Rande vor, und Hund Snoopy hat außergewöhnlich menschliche Eigenschaften. Es ist auch eine Welt, die in ihrer Zeit irgendwann in den 60er bis 70er Jahren stehen geblieben ist. Kinder spielen darin Seilhüpfen auf der Straße und lassen Drachen steigen, und Telefone haben noch lange, geringelte Schnürre. Als sich Charlie in einer solchen verheddert, lachen die Kinder im Kinosaal, während man sich unweigerlich fragt, ob ihre Generation das noch kennt: Telefone mit Schnur.
Doch auch wenn die Zeit im Film stehen geblieben ist, der Humor ist dafür zeitlos: Snoopys einfallreiche Streiche, das grenzenlose Pech von Charlie, Lucys unerwiderte Schwärmerei für Klavierspieler Schroeder oder die ungleichen Freundinnen Peppermint Patty und Marcie bringen Groß und Klein zum Lachen.
Für Kenner der Comics ist der Film ein großes Wiedersehen mit vertrauten Figuren und inhaltlich bekannten Geschichten ohne neue Aspekte. Für eine junge Generation ist es das Kennenlernen einer erfolgreichen Comicreihe, an die sie mit Hilfe neuer Animationstechnik herangeführt werden.

Die Krux der Comicverfilmung

Das Schwierige bei Comic-Adaptionen ist, dem Comic sowohl inhaltlich als auch visuell gerecht zu werden. Vor allem bei Peanuts mit seinem einfachen Zeichenstil, der die Figuren kaum Plastisch zeigt und oft gar keinen Hintergrund im Bild hat, scheint es zunächst abwegig einen 3D-Animationsfilm daraus zu machen. Doch das Animationsstudio Blue Sky Studios, das schon Ice Age schuf, hat sich daran nicht die Finger verbrannt und einen gelungenen Weg gefunden: Die Figuren sind plastisch, Hintergründe einfach gehalten und Gedanken und Träume als Zeichnungen, im Stile der Originalzeichnungen von Schulz, abgebildet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – auch ohne 3D-Brille – und kann es mit den Filmen der Konkurrenz, wie Disney und Pixar, aufnehmen. Seit Weihnachten 2015 ist Peanuts – Der Film auch in deutschen Kinos zu sehen.

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