Little Dead Rotting Hood – Kritik zum Horrorfilm

Thomas Neumeier 16. März 2016 1
Little Dead Rotting Hood – Kritik zum Horrorfilm

Wer „The Asylum“ kennt, weiß was er von deren Filmen zu erwarten hat. Oder glaubt es zumindest. Mit Sharknado und anderen Trash-Perlen hat sich die Produktionsgesellschaft längst einen Namen gemacht, vor allem in Sachen Low-Budget-Kopien großer Hollywood-Blockbustern (Mockbustern) oder eben Horror-Trash. Mit „Little Dead Rotting Hood“ liegt nun der neueste Output auf DVD & RB vor.

Welche Maßstäbe will man ansetzen, wenn man von vorneherein weiß, dass man keine Meilensteine der Filmkunst, sondern bestenfalls stimmige Unterhaltung erwarten kann, die meistens erst von Bier zu Bier allmählich erträglicher wird? Nach reiflicher Überlegung drängt sich doch auf, dieselben Maßstäbe wie bei anderen Filmen anzusetzen, denn alles andere wäre unfair gegenüber diesen Filmschaffenden. Und so wäre man versucht, den neuesten Horror-Trash von Asylum schon vor dem Sehen schon mal erfahrungsgemäß und pauschal irgendwo zwischen einem und zwei Sternen zu verorten. Da macht einem „Little Dead Rotting Hood“ aber einen Strich durch die Rechnung – denn ganz so trashig ist er gar nicht.

Viele Jahre lang war die verschrobene Esmeralda Winfield (Marina Sirtis) im Geheimen der Schutz, welcher der Bedrohung von gefährlichen Wölfen in den Wäldern entgegengewirkt hat. Als sie ihren Staffelstab an ihre Enkelin weitergibt, kommt es in der Kleinstadt Stillwater zu einer Serie grausamer Todesfälle. Sheriff Adam (Eric Balfour) beginnt zu ermitteln, während er außerdem versucht, das Verschwinden von Esmeraldas Enkelin Samantha (Bianca A. Santos) aufzuklären. Die Stadtbewohner machen bald eine schreckliche Entdeckung: In den Wäldern lauern noch viel gefährlichere Kreaturen als Wölfe.

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Little Dead Rotting Hood*

Die Story ist austauschbar und wenig innovativ, und ob nun eine Laune der Evolution oder doch eine höhere Macht für die Geschehnisse rund um das Städtchen Stillwater verantwortlich ist, ist am Ende anscheinend wohl auch von geringerer Bedeutung und so austauschbar wie die Opfer der Bestien. Vielmehr als um eine stimmige Geschichte geht es um die Inszenierung blutiger Wolfsangriffe. Tja, und die sind in der Tat erstaunlich gut in Szene gesetzt. Die Kamerafahrten wie auch die Kämpfe mit den Wölfen sind tatsächlich beachtlich und können überzeugen, ja sogar mitreißen. Trashig wird es erst wieder, wenn ein CGI-animierter Ober-Werwolf auftaucht. Darüber aber ist leicht hinweg zu sehen. Erst recht, wenn man sich vergegenwärtigt, dass dies nie ein Hochglanz-Edel-Horror-Streifen werden sollte, sondern eher seicht blutige Unterhaltung für einen Abend mit Bier und Freunden. In solcher Runde ist auch hinnehmbar, dass einen öfter die eindimensionalen Dialoge als der Thrillfaktor des Films schlottern lassen. Nichtsdestotrotz gelingt im letzten Drittel sogar noch eine überraschende Wendung der Ereignisse, und mit Eric Balfour gibt es einen fähigen Hauptdarsteller, den man seine Rolle abnimmt. Die Rolle von Marina Sirtis (Councelor Troi in Star Trek – Next Generation) fällt sehr klein aus und ist nur als Cameo zu verstehen. Ob sie den Film mit einer umfangreicheren Performance ein bisschen geadelt hätte, bleibt dahingestellt. Die titelgebende Heldin wird von Bianca A. Santos verkörpert. Auch an ihrer Darstellung gibt es nichts auszusetzen.

Die wie bei den meisten Asylum-Filmen zu erwartenden Schwächen im Drehbuch kommen auch hier zutage, was sich vor allen Dingen in oberflächlichen Dialogen äußert. Dennoch ist „Little Dead Rotting Hood“ nicht nur Trash. Neben guten Kamerafahrten und den schon erwähnten eindrucksvollen Wolfsattacken täuscht zum Beispiel auch die Ausstattung des Films, wie etwa in Gestalt der S.W.A.T.-Einheit, erfolgreich über eine Low-Budget-Produktion hinweg. Trash? Ja. Aber deutlich in der gehobeneren Klasse und nicht vergleichbar mit so manch anderem Low-Budget-Horror-Trash, der dem Zuschauer die Haare zu Berge stehen lassen – aber eben nicht des Thrills wegen. Nein, „Little Dead Rotting Hood“ ist durchaus brauchbar und überzeugend auf Zelluloid gebannt. Das macht das Drehbuch und die Dialoge nicht erträglicher, aber es scheucht auch nüchterne Zuschauer nicht sofort wieder vom Sofa und verzweifelt ins nächste Theater.

Fazit: Gehobener Trash, der durchaus unterhalten kann, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Jetzt auf DVD und BR. FSK18.

Beitragsbild: (c) Edel Germany GmbH / *AffiliateLink

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