Tomb Raider Kritik: Reboot des Franchise mit Alicia Vikander

Lida Bach 14. März 2018 0
Tomb Raider Kritik: Reboot des Franchise mit Alicia Vikander

Manche Gräber bleiben besser ungeplündert. Kein Gewinn, der sich mit den darin eingesargten Überresten machen lässt, steht im Verhältnis zu dem dabei auf die Menschheit losgelassenen Übel. Dieses unfreiwillig bezeichnende Fazit von Warners Franchise-Reboot ist der einzige Witz eines Action-Abenteuers, dem zur Unterhaltung vor allem eines mangelt: Selbstironie. Mit ein wenig Humor wären der zusammen getackerte Plot, die grotesk stereotypen Figuren, die platten Dialoge und die Abwesenheit jeglicher Spannung vielleicht zu ertragen. Doch Roar Uthaug nimmt seinen ersten Abstecher ins Blockbuster-Kino selbst dann noch todernst, wenn der Darstellerriege das unterdrückte Grinsen fast im Gesicht abzulesen ist.

Darüberhinaus gibt es nicht viel dezentes Minenspiel in der Inszenierung, die ihren Protagonisten mit den denkbar grobschlächtigsten Kniffen Profil zu verleihen versucht. Nicht nur Lara Croft (Alicia Vikander) sucht ihren seit sieben Jahren verschollenen Vater Richard (Dominic West). Auch Sailor-Sidekick Lu Ren (Daniel Wu) vermisst seinen Dad, der auf Nimmerwiedersehen lossegelte. Mit wem? Na mit Croft! Wohin? Na zu einer sagenumwobenen Insel irgendwo in der teuflischen See zum Grab einer monströsen japanischen Kaiserin! Schwer zu finden ist das Eiland nicht. Lange vor Croft und Lu landete dort schon ein durchgedrehter Vogel, der auch noch so heißt.

Trinity-Söldner Mathias Vogel (Walton Goggins) hat auch Papa-Probleme, aber die sind nichts zur Familiengefühlsduselei zwischen Croft Junior und Senior. Zweiter hat sieben Jahre Robinson-Cruseo-Style auf der winzigen Insel ausgeharrt, ohne das Vogel und seine schwer bewaffneten Schergen etwas gemerkt haben. Derartige Unwahrscheinlichkeiten wären verzeihlich, wenn sie einer dynamischen Handlung oder packenden Action-Sequenzen dienen würden. Doch gerade daran scheitert das CGI-lastige Vehikel auf ganzer Linie. Ein Fahrradwettrennen, ein Hafensprint nach jugendlichen Taschendieben und einige buchstäbliche Cliffhanger, bei denen schon vorab klar ist, dass die Heldin sie unbeschadet übersteht, machen den tempoarmen Franchise-Starter so nervenzerfetzend wie einen Grundschulwandertag.

Kinostart: 15. März 2018

Beitragsbild © Warner Bros.

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