Under The Skin Special: Was macht mich menschlich?

Florian Erbach 9. Oktober 2014 3
Under The Skin Special: Was macht mich menschlich?

Düster sind die Straßen, ruhig agiert sie, sehr besonnen und mit berechnender Kühle ist sie auf der Suche. Einsame und damit leicht zu verführende Männer sind ihre Opfer. Under The Skin folgt Laura durch die Landschaft von Schottland und lässt den Zuschauer aus der Sicht des unbekannten Aliens heraus das menschliche Sein erkunden. Ihre Suche ist von zentraler Bedeutung. Doch sucht sie womöglich gar nicht nur Männer, sondern auch Menschlichkeit?

Under The Skin kommt am 10. Oktober als Blu-ray, DVD und VOD auf den deutschen Markt und ist auch in ausgewählten Kinos in voller Pracht zu sehen! In Verbindung mit einem Bloggerspecial verlosen wir 3 BLU-RAYS und 3 LIMITED POSTER. Mehr dazu weiter unten.

Was macht mich menschlich?

Wenn Under The Skin als „eisige Parabel auf Liebe, Sex und Einsamkeit“ beschrieben wird, sind im Grunde schon wichtige Aspekte des Menschsein angesprochen. Menschlichkeit bedeutet sich seiner selbst bewusst zu sein, versuchen die Komplexität der Welt zu erfassen und zu erforschen. Die Zwischenmenschlichkeit – das Wort lässt es erahnen – ist in ihrem Facettenreichtum etwas sehr menschliches.

under the skin babyEmpathie, auch wenn es diese genauso im Tierreich gibt, ist für mich etwas, was ich Menschlichkeit in Verbindung bringe. Über den „Naturzustand“ hinaus, zeigt sie, dass Menschen in Gesellschaften miteinander leben können, dass das Solidarsystem trotz vieler Krisen noch funktioniert. Aber auch auf kleinerer Ebene, sei das gemeinsame Schmunzeln mit Fremden in einer UBahn, das bereitwillige Helfen und die Annahme, das nicht alle Menschen schlecht sein können. Empathie für jemanden zu empfinden, sich in ihn hineinversetzen zu können, ist ungemein wichtig und gleichermaßen menschlich. Empathie ist schließlich etwas, was Laura in Under The Skin umdenken lässt, ja was sie an ihren Taten zweifeln lässt. Sinnbildlich für das Fehlen und das Vorhandensein von Empathie, steht auch die Szene am Strand. Gleichwohl ist es natürlich auch so, dass man sich manchmal schon fragt, wo die Empathie ist, wenn man sich die Krisen unserer Zeit anschaut.

Mitgefühl, Nähe, Nachdenken, aber auch Lethargie, Weltschmerz und Freude, sind untrüglich mit dem „Menschlichen“ verbunden und machen letztlich auch mich menschlich. Der Mensch als hoch-komplexes Wesen, als Organismus, „funktioniert“ nicht nur im mechanischen Sinne, so wie es Laura in Under The Skin zunächst tut, er agiert mit seiner Umwelt, reagierten ganz unterschiedlich und spezifisch auf Reize.

Ganz platt gesagt, bedeutet menschlich sein aber auch einfach, sich Freitags aufs Sofa zu legen und dann bei Bier und Chips schöne (oder weniger schöne) Filme anzusehen. Das Leben genießen, mit all seinen Facetten, Auf und Abs, ist menschlich. Letztlich kann die Frage aber nur jeder sich beantworten, genauso wie Under The Skin sich als Film jedem anders darstellt.

Under The Skin Gewinnspiel

Dass mir Under The Skin sehr gefallen hat, kann man in meiner Review nachlesen. Daher freut es mich, 3 Blu-rays und 3 Limitierte Poster verlosen zu können! Dafür müsst ihr nichts machen, außer bis zum 15. Oktober 2014 an diese E-Mail-Adresse zu schreiben: undertheskin@pureonline.de

Viel Glück!

  • Orry Main

    Habe ihn im Kino gescheut, denn da geht man heute nur noch wegen Krachcrashpengbummbumm hin. Die Worte machen jedenfalls Lust auf den Film. Die nackte Johannsen selbstvertürlich auch. 😉

  • wulline

    Was ist Menschlichkeit, bin gespannt, was die da so draus machen.

  • eskapist

    Alles Geschwafel über „experimentell, klinisch kalt“ etc. ist Gejammer von Kids, die nur noch mit riesigem technischem Aufwand verfilmte Comicgeschichten kennen. Nur weil hier auf kinotypische Spannungsbögen mit drei großen Action-Sequenzen und Verfolgungsjagden verzichtet wurde, muss das noch kein Langweiler sein. Ihr wisst, dass es früher Filme ganz ohne Action gab? Einerseits ist die a-b-s-o-l-u-t ungeschminkte Darstellung der Realität in Glasgow beeindruckend und tatsächlich etwas schockierend – sind wir wirklich so graue Mäuse, so desinteressiert an unserer Erscheinung? Und werden in allen anderen Filmen tatsächlich sogar Menschen auf der Straßen geschminkt und gestylt? –, zum anderen sehen wir, wie eine Alieninvasion auch aussehen könnte: nämlich ganz unspektakulär, ohne Raumschiff, ohne Glitzeranzug, ohne Laserkanonen. Und das Finale ist natürlich total Anti-Achterbahn-Kino: Statt einer noch größeren Bombe, einer noch heftigeren Laserkanone gibt’s hier definitiv eine der harmlosesten, aber auch zutiefst typisch menschlichen „Verteidigungsstrategie“. Hut ab vor soviel Mut, eine gute Geschichte mit neuen Bildern zu erzählen und uns zugleich auf einen schrecklichen Irrweg des Kinos aufmerksam zu machen.

    Und für all die, die immer noch ein Lockmittel brauchen: Scarlett Johansson ist wirklich wunderschön anzuschauen. Die hyperrealistischen und bestechend einfachen Verführungstricks sollten uns Männer etwas beschämen.

    Es sind nur zwei Stunden. Wer’s durchhält, ist hinterher schlauer. Garantiert.