Filmkritik zu „Mary Poppins‘ Rückkehr“

Anja Werth 23. Dezember 2018 0
Filmkritik zu „Mary Poppins‘ Rückkehr“

Der Film Mary Poppins von 1964, unter der Regie von Robert Stevenson, schrieb sich als großer Erfolg in die Filmgeschichte ein. Unvergesslich die Szenen mit den am Wettrennen teilnehmenden Karussellpferdchen, oder dem vor Lachen an die Decke gehenden Onkel Albert, gespielt von Ed Wynn. Die Welt stand Kopf mit Mary Poppins (Julie Andrews), und doch brachte sie Ordnung ins Chaos.

Ganz nach Poppins Prinzip, dass alles möglich sei, macht nun auch Regisseur Rob Marshall das scheinbar Unmögliche möglich: er lässt die Wunder-Nanny wieder auferstehen. Inspiriert wurde er dabei von sieben zusätzlichen Büchern, die PL Travers schrieb, und die bislang unverfilmt geblieben waren. Auch diesmal darf Poppins die Familie Banks aus der Krise retten. Dazu entführt Marshall uns nach London in den 1930er Jahren, mitten in die Wirtschaftskrise: Michael Banks (bestechend gut gespielt von Ben Whishaw) ist inzwischen selbst Vater und arbeitet für die Bank, bei der auch schon sein Vater angestellt war. Er lebt zusammen mit seinen drei Kindern – Annabel (Pixie Davies), Georgie (Joel Dawson) und John (Nathanael Saleh) sowie der Haushälterin Ellen (Julie Walters). Seine Schwester Jane Banks (Emily Mortimer) ist ebenso engagiert wie ihre Mutter, die sich damals als Suffragette für die Frauenrechte einsetzte. Jane führt die Tradition fort, ändert dabei nur das Einsatzfeld: Sie setzt sich für die Rechte der Arbeiter ein. Daneben greift sie ihrem verwitweten Bruder im Familienhaushalt unter die Arme. Als Banks aufgrund der finanziellen Krise das Haus zu verlieren droht, tritt Mary Poppins (Emily Blunt) auf magische Weise wieder in das Leben der Familie. Mit Hilfe ihres Freundes Jack (Lin-Manuel Miranda) gelingt es ihr auch diesmal wieder Freude in das Leben ihrer Schützlinge zu bringen.

Erneut verwandelt Mary Poppins den Alltag der Kinder Banks zu einem zauberhaften Abenteuer und nimmt sie mit in Welten, in denen noch Wunder geschehen und der kindlichen Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. Doch die wichtigste Frage: Kann Emily Blunt die zauberhafte, selbstbewusste, originelle und liebenswert strenge Mary Poppins ebenso überzeugend darstellen wie einst ihre Vorgängerin Andrews? Tatsächlich gelingt es Blunt, und nicht nur ihr Charme kommt ihr dabei zugute, sondern auch die fein-kühle Lässigkeit, mit der sie Gegenstände herumfliegen lässt, oder die Kinder durch die Badewanne in den Ozean tauchen lässt. Der Film ist ein pures Vergnügen, nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die bereit sind auch mal alles Kopf stehen zu lassen, ganz nach dem Vorbild von Poppins exzentrischer Kusine Topsy, hervorragend gespielt von Oscar-Gewinnerin Meryl Streep.

Kinostart ist der 20.12.2018

Der Trailer zu Mary Poppins‘ Rückkehr:

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