The Night Manager Kritik: Spionagethriller im Serienformat

Mirjam Maier 3. April 2016 0
The Night Manager Kritik: Spionagethriller im Serienformat

The Night Manager ist eine Mini-Serie mit Tom Hiddleston und Hugh Laurie, die auf dem gleichnamigen Roman von John le Carré aus dem Jahre 1993 basiert. Der Spionagethriller, unter der Regie von Susanne Bier (Serena“), wurde, um ihm Aktualität zu verleihen, in die Gegenwart versetzt. Seit Ende März ist die Serie bei Amazon Prime verfügbar.

Der britische Exsoldat Jonathan Pine (Tom Hiddleston) ist Nachtportier in einem Hotel in Kairo zur Zeit des arabischen Frühlings. Während die Aufstände in den Straßen toben, versucht er mit seiner gelassenen Art, den Gästen des Hotels Sicherheit zu vermitteln. Man selbst – mitten in das Geschehen geworfen – fühlt sich wie einer dieser Gäste, den das Treiben auf den Straßen unruhig macht und der darauf vertrauen möchte, dass das Hotel ein sicherer Ort ist. Wenn man nicht bereits hier in die Geschichte gezogen wurde, dann spätestens wenn Sophie Alekan (Aure Atika), die Geliebte Freddie Hamids (David Avery), dem Sohn eines machtvollen ägyptischen Clans, Pine geheime Papiere zur Verwahrung überlässt, die eine illegale Waffenlieferung des Waffenhändlers Richard Roper (Hugh Laurie) dokumentieren. Als Pine die Wichtigkeit dieser Dokumente erkennt, übermittelt er diese an die britische Botschaft und unterschreibt damit das Todesurteil der Frau, in die er sich gerade zu verlieben beginnt und die seine Gefühle erwidert, denn scheinbar hat jemand vom britischen Geheimdienst selbst einen guten Draht zu Roper.

Motiv: Rache

Nach Sophies Tod nimmt Pine eine Stelle als Nachtportier in einem Hotel in den Bergen Zermatts an. Dort kreuzen sich Pines und Ropers Wege erneut und wieder ist es Pine, der geheime Informationen an die britische Botschaft weiterleitet. Diesmal mit Erfolg: Die Informationen landen bei Angela Burr (Olivia Colman), die seit Jahren versucht Richard Roper zur Strecke zu bringen. Pine erklärt sich dazu bereit, für sie zu arbeiten, und sich in die Kreise Ropers einschleusen zu lassen. Damit dies fruchten kann, bekommt Pine die Identität eines gefährlichen und von der Polizei verfolgten Kriminellen. Mit einem vorgetäuschten Versuch, Ropers Sohn zu entführen, erschleicht sich Pine Ropers Vertrauen, indem er den Jungen aus den Fängen der Entführer rettet. Ropers rechte Hand Corkoran (Tom Hollander) traut dem Eindringling Pine nicht über den Weg und behält ihn im Blick, würde aber sicherlich auch viel für eine Nacht mit dem gut gebauten Nachtmanager geben. Auch Ropers Geliebte Jed (Elizabeth Debicki) hat ein Auge auf den charmanten Pine geworfen. Da Pine der schönen Blonden ebenfalls nicht abgeneigt ist, droht dies, seine Mission zu gefährden.

Spionagethriller mit Top-Besetzung

Die Rolle des zuvorkommenden Nachtportiers steht Tom Hiddleston ausgezeichnet, denn es ist eine Rolle, wie man sie von dem Briten gewohnt ist, wenn man den Part als Loki in Marvels Thor einmal außen vor lässt. Die erdachte Identität eines Kriminellen mit der Pine verschmelzen muss, fordert dem Charakter allerdings eine dunkle Seite ab und es braucht einen Moment bis man Tom Hiddleston diese abnimmt. Doch der Brite überzeugt, auch wenn sein Charakter manchmal etwas zu glatt gebügelt wirkt und die Umstände, in denen er sich befindet, zu locker wegzustecken scheint. Womöglich sollen hier Zweifel an Pines Treue zu Angela Burr gesät werden, denn was Pines Vergangenheit angeht, wird der Zuschauer größtenteils im Dunkeln gelassen. Dieses Konzept geht nicht ganz auf, aber Tom Hiddlestons Darstellung täuscht den Zuschauer dennoch. Denn Pine ist durchaus in der Lage, skrupellos zuzuschlagen, wenn es der Rache an Richard Roper dient.

Dieser wird von Hugh Laurie verkörpert, der hierzulande den meisten als Dr. House aus der gleichnamigen TV-Serie bekannt sein wird. Er lässt Richard Roper charismatisch und abstoßend zugleich wirken. Diese Ambivalenz ist es, die dem Charakter nicht die Eintönigkeit eines Schurken verleiht, wie es dem Zuschauer oft serviert wird. Angela Burr, die von Olivia Colman portraitiert wird, ersetzt den männlichen Charakter Leonard Burr aus John le Carrés Roman. Olivia Colman verleiht dem Charakter ein hohes Maß an Authentizität und man nimmt ihr die Rolle der engagierten Spionin, die ihren persönlichen Feldzug gegen Roper führt, ohne Weiteres ab.

Mit dem Versetzen des Buchszenarios von der Zeit des kalten Krieges in die Gegenwart schneidet The Night Manager brisante Themen an, die für uns aktuell von großer Wichtigkeit sind  wie zum Beispiel die Lage der Flüchtenden aus den arabischen Ländern. Zu was Waffengewalt heutzutage fähig ist, führt die Serie dem Zuschauer in einer Episode besonders deutlich vor Augen. Daneben lockern Bilder aus dem glamourösen Leben Richard Ropers und dessen Gefolgschaft die Stimmung etwas auf. Die Vielzahl an unterschiedlichen Sets liefert eindrucksvolle Bilder und die Handlung sowie der sensationelle Cast machen The Night Manager zu einem spannenden Serienerlebnis.

Beitragsbild (c) TMG

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