Fear the Walking Dead Staffel 1: Kritik zu Folge 3 „Der Hund“

Marie-Hélène Lefèvre 15. September 2015 1
Fear the Walking Dead Staffel 1: Kritik zu Folge 3 „Der Hund“

Halbzeit in der ersten Staffel der Spin-off Serie von „The Walking Dead“. Nachdem vergangene Woche wegen des amerikanischen Tags der Arbeit keine neue Folge im US-Fernsehen erschien, folgte nun diesen Sonntag die dritte Folge der insgesamt sechs Folgen von „Fear the Walking Dead“. Seit Montag ist sie wie gehabt auch auf Amazon Prime Video abruf- und downloadbar.

Die Familie findet wieder zusammen

Travis, seine Ex-Frau Liza und Sohnemann Chris hatten sich in Folge 2 in den Friseurladen von Daniel Salazar geflüchtet, der sich dort mit seiner Frau Griselda und Tochter Ofelia aufhielt. Draußen auf den Straßen der Innenstadt von L.A. tobte eine aufgebrachte Menge, die von der Polizei nicht mehr unter Kontrolle gebracht werden konnte. Währenddessen verschanzten sich Madison und ihre Kinder Nick und Alicia bei ihnen zu Hause.
Folge 3 setzt genau dort an. Travis und die Anderen gelingt die Flucht zu Travis‘ Truck. Daniel und seine Familie begleiten sie, Griselda wird jedoch schwer am Fuß verletzt. Gemeinsam fahren sie zu Madisons Haus. Madison, Nick und Alicia wurden jedoch zwischenzeitlich von einem Geräusch an der Terrassentür aufgeschreckt, was sich als ein Hund herausstellt. Nick erinnert sich, dass bei den Nachbarn ein Gewehr versteckt ist und die drei machen sich auf, um es zu holen. Der Hund bleibt zurück und lockt durch sein Bellen einen Untoten in Madisons Haus. Just in diesem Moment fährt Travis‘ Truck vor. Madison, Nick und Alicia beeilen sich zurück, um ihn zu warnen, dass sich im Inneren ein Untoter aufhält. Es kommt zum Kampf, den Daniel mit dem Gewehr beendet. Die drei Familien beschließen noch eine Nacht im Haus zu bleiben und am nächsten Tag aufzubrechen. Familie Salazar will sich nicht anschließen und gedenkt, trotz Ofelias Einwand, vorerst im Haus zu bleiben. Doch am folgenden Tag wartet eine unerwartete Überraschung auf die Gruppe: Das Militär nimmt die Straße ein, beseitigt die Untoten und registriert alle Überlebenden. Ist das der Anfang vom Ende?

Mehr Untote, mehr Spannung und ein Hund

Episode 3 enthält die bisher stärksten Momente der Staffel, was zum einen darauf zurückzuführen ist, dass es Zombietechnisch noch mehr zur Sache geht und es mehr Schreckmomente und spannende Situationen zum Mitfiebern gibt. Vor allem die Szenen im Garten und Haus der infizierten Nachbarin Susan sorgen für Spannung. Nebenbei erfährt der Zuschauer mehr über Familie Salazar, wie sie zueinander stehen und insbesondere was Daniel über Travis und die Anderen denkt. Es wird ebenfalls klarer, was für Spannungen zwischen Travis und Ex-Frau Liza herrschen und wo Nicks und Alicias leiblicher Vater ist.
Darüber hinaus wird erstmals auch unter den Protagonisten Klartext geredet. Nachdem sich herausstellt, dass Madisons Nachbarin als Zombie in ihrem Garten herumirrt, spricht Nick aus, was er, Travis und Madison schon ahnten und sich nicht trauten vor ihren Liebsten zu sagen: Die Menschen sind nicht krank, sie sind tot. Die Erkenntnis wiegt schwer und sickert nur sehr langsam durch. Verständlich, wenn man bedenkt, dass die Figuren bis vor kurzem noch in völliger Normalität gelebt haben. Der Zuschauer ist mit seinem Wissen schon weiter, weshalb er sich in Geduld üben muss, vor allem dann, wenn Travis noch in Folge 3 von einer heilbarer Krankheit spricht oder verhindern möchte, dass Daniel seinem Sohn Chris das Schießen beibringt, um sich verteidigen zu können.

Warum die Folge ausgerechnet „Der Hund“ heißt, obwohl dieser keine zwei Minuten vorkommt, lässt sich so erklären, dass das Erscheinen des Hundes eine Kette von Handlungen ins Rollen bringt. Der Hund dient als sogenannter MacGuffin. Alfred Hitchcock führte seinerzeit diesen Begriff für einen dramaturgischen Kniff ein. Er bezeichnet Dinge und Menschen im Film, deren einzige Aufgabe es ist, die Handlung voranzutreiben. So auch hier. Der Hund lockt den Untoten an, der wiederum mit Travis kämpft, der wiederum von Daniel gerettet wird. Die sich anschließende Tötungsszene dürfte die Altersfreigabe von 18 Jahren in dieser Folge rechtfertigen.

DVD und Blu-ray erscheinen im November

Gute Nachrichten für alle Fans: Der DVD- und Blu-ray-Verleih „Splendid Film“ hat angekündigt, die Staffel von „Fear the Walking Dead“ bereits am 16. November in Deutschland herauszubringen. Aus diesem Grund hat der Verleih die FSK-Prüfung der ersten zwei Folgen in Auftrag gegeben. Beide Folgen haben eine Altersfreigabe ab 16 erhalten. Konkret heißt das für alle Amazon Prime Video – Zuschauer, dass sie bei Folge 1 und 2 keine Sicherheitspin mehr eingeben müssen, bei Folge 3 hingegen nach wie vor. Die Blu-ray und DVD der gesamten ersten Staffel wird laut „Splendid Film“ in ungekürzter Form hierzulande ab 18 Jahren sein.

Die erste Hälfte der 1.Staffel ist vorüber und „Fear the Walking Dead“ hat sich als eigene Serie sehr gut geschlagen. Noch drei weitere Episoden folgen und es wurden neue Fragen aufgeworfen: Welche Rolle wird das Militär spielen, und werden unsere Protagonisten aus der Stadt fliehen können?

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